Geschichte

Die deutsche Wirtschaft hat sich 1951 in einer eigenständigen Organisation zusammengeschlossen mit dem Ziel, eine freie Entwicklung von Kunst und Kultur in Deutschland sicherzustellen und auszubauen. Kunst und Kultur gehören zu den Grundbedürfnissen der Gesellschaft. Sie sind eine wesentliche Voraussetzung für eine fruchtbare Entwicklung der Wirtschaft in Freiheit und Verantwortung. (Auszug aus der Satzung)

Jahrestagung 1954 in Bamberg © Kulturkreis

Gründung

Der Kulturkreis im BDI e. V. wurde 1951 in Köln in Anwesenheit des Bundespräsidenten Theodor Heuss unter Mitwirkung zahlreicher Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik wie Gustav Stein (Gründungsgeschäftsführer) und Dr. Hermann Reusch (Gründungsvorsitzender) ins Leben gerufen.

Da der Gründungsvorstand der deutschen Industrie entstammte, die mit ihren Verbänden unter dem Dach des BDI organisiert war, integrierte der Vorstand die Geschäftsstelle des Kulturkreises in den BDI, von dem der Kulturkreis jedoch bis heute institutionell und personell unabhängig ist.

Als ein Zusammenschluss von Unternehmen und Unternehmerpersönlichkeiten verfolgte der Kulturkreis in den Gründungsjahren die Ziele, die auch noch heute prägend sind: mäzenatische Förderung der zeitgenössischen Kunst, Engagement für bedeutende Werke der deutschen Kulturgeschichte und Teilhabe an der kulturpolitischen Diskussion.

Jahrestagung 1957 in Lübeck © Kulturkreis
Jahrestagung 1982 in Passau © Kulturkreis
Jahrestagung 1960 in Würzburg © Kulturkreis
Jahrestagung 1957 in Lübeck © Kulturkreis

Förderung von Kunst & Kultur seit mehr als sechseinhalb Dekaden

Bis heute hat der Kulturkreis mehr als 1.000 junge KünstlerInnen und Künstler mäzenatisch gefördert. Für viele heute weltbekannte Persönlichkeiten war die Auszeichnung des Kulturkreises die erste große Würdigung ihrer Arbeit. Ehemalige Preisträger des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft erhielten später sogar den Nobelpreis.

Neben der Förderung junger Künstler hat der Kulturkreis zahlreiche richtungweisende Kulturprojekte initiiert und durchgeführt. Mit der so genannten Museumsspende in den 1950er Jahren ermöglichte er Museen, Ankäufe für ihre Sammlungen zu tätigen. Das Museum Folkwang in Essen war eines der ersten Museen, das seine Sammlung mit Hilfe des Kulturkreises restituierte, 1958 folgte das neugegründete Lehmbruck-Museum in Duisburg.

Bereits früh wurden z. B. Ingeborg Bachmann (1955), Paul Celan (1957), Günter Grass (1958), Elias Canetti (1971), Daniel Kehlmann (1998) zu Preisträgern im Bereich Literatur gekürt. Zu den geförderten Musikern zählen u. a. Bernd Alois Zimmermann (1953), Sabine Meyer (1978), Tabea Zimmermann (1982) und Albrecht Mayer (1986). Den renommierten ars viva-Preis für Bildende Kunst erhielten u. a. Marina Abramovic (1982), Georg Baselitz (1968), Katharina Sieverding (1979), Thomas Ruff (1987), Wolfgang Tillmans (1995), Michael Sailstorfer (2006), Mariana Castillo Deball (2009) und Flaka Haliti (2015).

1963 richtete der Kulturkreis die Stiftung Altstadt Regensburg zur Erhaltung und Erneuerung der Regensburger Altstadt ein, die modellbildend für die Altstadtsanierung in Deutschland war. Im Rahmen seiner Grundsatzförderung begleitete der Kulturkreis von 1992 bis 2006 den Aufbau der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig (GfzK): Zentrale Werke der Kulturkreis-Sammlung wurden dem Museum als Schenkung überlassen. Weitere Arbeiten wurden verkauft, um den Umbau des Galeriegebäudes zu finanzieren.

Der Kulturkreis in der jüngeren Vergangenheit

Im Jahr 1992 wurde der "Kulturkreis im BDI e. V." in "Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI e. V." umbenannt. 1996 folgte der Umzug des Kulturkreises von Köln nach Berlin, wo er 1999 ein gemeinsames Quartier mit den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft BDI (Bund der Deutschen Industrie), BDA (Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände) und DIHK (Deutscher Industrie- und Handelskammertag) im neu erbauten Haus der Deutschen Wirtschaft im Zentrum der Stadt bezog.

1996 gründete der Kulturkreis den Arbeitskreis Kultursponsoring, der seit 2017 als Arbeitskreis Kulturförderung firmiert.

2004 konzipierte der Kulturkreis sein Exzellenzprogramm Bronnbacher Stipendium - Kulturelle Kompetenz für künftige Führungskräfte, das er aktuell in Kooperation mit der Universität Mannheim und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) für ausgewählte Studierende beider Universitäten realisiert.

Seit 2006 zeichnet der Kulturkreis Unternehmen und unternehmensnahe Stiftungen mit dem Deutschen Kulturförderpreis aus und würdigt damit bundesweit unternehmerisches Kulturengagement. Partner des Kulturkreises ist dabei das Handelsblatt.

2010 führte der Kulturkreis Kunst sammelnde Unternehmen in seinem neuen Arbeitskreis Coroporate Collecting zusammen.

Im Jahr 2016 fusionierten die früheren Gremien Literatur und Darstellende Kunst zum neuen Gremium Text und Sprache, das den Literaturpreis "Text & Sprache" zur Förderung junger Künstlerinnen und Künstler vergibt. 



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Musikpreisträger