Ton & Erklärung 2017

Friedrich Thiele, Valentino Worlitzsch und Laura Moinian: Preisträger und Finalistin des Musikwettbewerbs "Ton & Erklärung" 2017 im Fach Violoncello

Ton & Erklärung 2017: Die Finalisten Valentino Worlitzsch, Laura Moinian und Friedrich Thiele (v.l.n.r.) © Sima Dehgani

Prof. Wolfgang Emanuel Schmidt, Jury-Vorsitzender 2017:
"Die Jury war begeistert von der Spielfreude und der großen Musikalität aller Finalisten. Der erste Preisträger, Friedrich Thiele, überzeugte mit seiner Direktheit im Umgang mit dem Publikum und seiner außergewöhnlichen solistischen Qualität."

Wettbewerb und Preisverleihung 2017

Der Musikwettbewerb 2017 fand im Fach Violoncello statt. Den mit 10.000 Euro dotierten 1. Preis erhielt Friedrich Thiele. Der 2. Preis und 5.000 Euro Preisgeld gingen an Valentino Worlitzsch. Der zusammen mit LiteraDur BÜCHER & NOTEN ausgelobte Publikumspreis wurde ebenfalls an Valentino Worlitzsch vergeben. Den Sonderpreis der Kronberg Academy zur aktiven Teilnahme an einem Meisterkurs erhielten die beiden Preisträger sowie die Finalistin Laura Moinian. Die Preisverleihung und das Konzert der Preisträger (mit dem Münchner Rundfunkorchester, unter der Leitung von Olivier Tardy) fand am Samstag, 7. Oktober 2017, im Prinzregententheater in München statt.

Wettbewerbsjury 2017

Prof. Wolfgang Emanuel Schmidt, Universität der Künste Berlin / Hochschule für Musik "Franz Liszt" Weimar (Vorsitz)
Prof. Sebastian Klinger, Hochschule für Musik und Theater Hamburg
Oswald Beaujean, ARD Musikwettbewerb
Sabine Frank, HarrisonParrott, München
Lydia Grün, netzwerk junge ohren, Berlin

Amadeus Templeton, TONALi, Hamburg
Dr. Harald Eggebrecht, Süddeutsche Zeitung, München
Raimund Trenkler, Kronberg Academy
Dr. Franziska Nentwig, Kulturkreis der deutschen Wirtschaft, Berlin,  
Gremium Musik des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft, Berlin

Preisträger 2017

Ton & Erklärung 2017: Der Preisträger Friedrich Thiele (1. Preis) © Sima Deghani
Ton & Erklärung 2017: Der Preisträger Valentino Worlitzsch (2. Preis) © Sima Deghani

1. Preis: Friedrich Thiele

Friedrich Thiele wurde 1996 in Dresden geboren. Mit 6 Jahren erhielt er Unterricht an der Kinderklasse der Musikhochschule Dresden bei Frau Professor Gunda Altmann. Von September 2007 bis Juli 2016 war er Schüler des Landesgymnasiums für Musik "Carl Maria von Weber" Dresden. Bei dem Internationalen Cellowettbewerb in Liezen/Österreich 2008 erspielte Friedrich sich einen 2. Preis. 2009 erhielt er beim Internationalen Dotzauer-Wettbewerb für Cello in Dresden den 2. Preis. 2010 errang Friedrich bei dem Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in der Solowertung Violoncello einen ersten Preis (Höchstpunktzahl) und einen Sonderpreis der Deutschen Stiftung Musikleben. Seitdem wird er von der Deutschen Stiftung Musikleben gefördert und spielt ein französisches Cello aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts aus dem Deutschen Musikinstrumentenfonds. Er besuchte mehrere Meisterkurse bei Götz Teutsch, Professor Stephan Forck, Truls Mørk, Alban Gerhardt, Professor Wolfgang Emanuel Schmidt und Professor Peter Bruns. 2014 trat er mehrfach solistisch mit Orchestern auf: mit den Rokoko-Variationen von P. I. Tschaikowski (Orchester des Landesgymnasiums Sachsen), mit dem Konzert D-Dur von J. Haydn (Stamitz-Orchester Mannheim)  und mit dem Cellokonzert von E. Elgar (Sinfonieorchester der TU Dresden). Im September 2015 gewann Friedrich den 3. Preis und den Publikumspreis beim TONALi-Wettbewerb in Hamburg.
Seit September 2016 ist er Student bei Prof. Wolfgang Emanuel Schmidt in Weimar. Im April 2017 gab Friedrich sein Debut im Mariinsky-Theater Sankt Petersburg mit einem Rezital. Außerdem spielte er im Mai mit dem Nationaltheater-Orchester von Brasilien in Brasília das 1. Cellokonzert von C. Saint-Saëns und im Oktober mit dem Münchner Rundfunkorchester das 1. Cellokonzert von D. Schostakowitsch. (Stand: Nov. 2017)

2. Preis und Publikumspreis: Valentino Worlitzsch

Preis des Deutschen Musikwettbewerbs, Publikumspreis, Bonner Rotary Musikpreis und ein Jahresstipendium der Deutschen Stiftung Musikleben: So lautet die eindrucksvolle Erfolgsbilanz des Cellisten Valentino Worlitzsch. Geboren 1989 in Hannover, erhielt er im Alter von vier Jahren seinen ersten Violoncello- und Klavierunterricht und wurde auf beiden Instrumenten vielfach ausgezeichnet. So u. a. mit dem ersten Preis und zwei Sonderpreisen des Internationalen Wettbewerbs "Pacem in Terris" Bayreuth, dem Sonderpreis des Grand Prix Emanuel Feuermann in Berlin sowie des Internationalen Leoš Janácek-Wettbewerbs in Brünn. Sein Studium absolvierte Valentino Worlitzsch bei Bernhard Gmelin in Hamburg, Michel Strauss in Paris und seit 2013 bei Wolfgang Emanuel Schmidt in Weimar, wo er seit 2015 auch als dessen Assistent unterrichtet. Parallel studierte er Klavier bei Karl-Heinz Kämmerling und Johanna Wiedenbach sowie Dirigieren bei Nicolás Pasquet. Als Solist und Kammermusiker tritt er regelmäßig mit renommierten Partnern und Orchestern wie dem DSO Berlin, der Radiophilharmonie Hannover oder der Dresdner Philharmonie im In- und Ausland auf. Valentino Worlitzsch ist u. a. langjähriger Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes und der Oscar und Vera Ritter-Stiftung. Als Preisträger des Wettbewerbs des Deutschen Musikinstrumentenfonds spielt er seit 2015 ein Violoncello von Giovanni Battista Grancino (röm. Schule, 18. Jh.) aus Privatbesitz. (Stand: 2017)

Auftragskomposition 2017

Kaan Bulak ist ein Komponist und Musiker mit Wurzeln in Istanbul. Der Wahl-Berliner erforscht mit seinen Werken die Grenzen zwischen akustischer und elektronischer Musik sowie dem Okzident und dem Orient. Für seinen Abschluss an der UdK komponierte er Kara Fasıl (Schwarze Suite), die in fünf Sätzen osmanische Hofmusik mit westlichen Harmonien à la Messiaen und sufitische Rituale mit Berliner Rhythmen zusammenführt. Für das Preisträgerkonzert des Wettbewerbs "Ton & Erklärung" komponierte er das Stück "Cello Duet with Electronics (Allegro, Scherzo, Adagio)".

Uraufführung mit Komponist Kaan Bulak, Prinzregententheater © Stefan Obermeier


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Ton & Erklärung 2018

Ton & Erklärung 2016: Die Finalisten Ronja Sophie Putz, Milena Wilke, Fanglei Liu und Katerina Chatzinikolau (v.l.n.r.)  © Holger Talinski

Ton & Erklärung 2016

"Ton und Erklärung" 2015: Dr. Clemens Börsig, Anna Buchberger (2. Platz), Elisabeth Brauß (1. Preis), Fabian Müller (1. Preis), Prof. Dr. Edward G. Krubasik (v.l.n.r.) © Felix Grünschloss

Frühere Preisträger