Der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft fördert seit 1951 Kunst und Kultur und setzt sich für eine Gesellschaft ein, in der Kultur als unverzichtbare Ressource verstanden wird.
Der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft fördert Künstler in den Sparten Architektur, Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Literatur und Musik und bietet seinen Mitgliedsunternehmen Service und Beratung in den Bereichen Kultursponsoring, Corporate Collecting, kulturelle Bildung und auswärtige Kultur.
Zu den Mitgliedern des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft zählen die bedeutendsten deutschen Unternehmen.
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50er Jahre

Einige der wichtigsten deutschen Industrieunternehmen verband das Anliegen, den kulturellen und geistigen Wiederaufbau Deutschlands in einer Zeit zu fördern, in der der materielle Wiederaufbau im Vordergrund stand. Sie erkannten die Notwendigkeit, unternehmerische Verantwortung für Kultur zu übernehmen und die durch den Nationalsozialismus unterbrochene Anbindung an die Moderne wiederherzustellen.

 
Die 50er Jahre in Bildern

Die ersten Jahre des Kulturkreises waren von Grundsatzfragen geprägt. Die Frage nach der Kunst in der Moderne ergänzte die Suche nach neutralen Förderkriterien. Man wollte Kunst über Leistung definieren und von ihr herausgefordert werden. Kunst sollte nicht dem Feierabendkonsum dienen, sondern der „Unternehmer sollte die Berührung mit der Kunst suchen, damit ihre [der Kulturschaffenden] schöpferische Substanz erhalten bleibt und damit ihr Werk Einfluss gewinnt auf uns und unsere Mitarbeiter“ (Gustav Stein, „Fünf Jahre Kulturkreis“, 1956).

Um die Lücke zu schließen, die der Nationalsozialismus mit der Verbannung der von ihm als „entartet“ diffamierten Kunst in die Sammlung vieler Museen gerissen hatte, richtete der Kulturkreis die sogenannte „Museumsspende“ ein. Sie erlaubte es Museen, Ankaufwünsche zu äußern, die ihnen der Kulturkreis ab 1952 nach Möglichkeit erfüllte. Das Museum Folkwang in Essen war eines der ersten Museen, das seine Sammlung mit Hilfe des Kulturkreises restituierte, 1958 folgte das neugegründete Lehmbruck-Museum in Duisburg.

Neben der „Museumsspende“ setzte sich der Kulturkreis im Rahmen seiner sogenannten Grundsatzförderung von 1953 bis 1958 für die Restaurierung und Vervollständigung der Marienorgel in Ottobeuren ein.

Parallel sollte das „deutsche Kulturschaffen“ mittels Förderprogrammen in den Bereichen Bildende Kunst, Architektur, Literatur und Musik weiterentwickelt werden. Die damals konzipierten Fördermodelle sind bis heute Grundlage des Engagements des Kulturkreises:

In der Bildenden Kunst vergab der Kulturkreis ab 1953 den „ars viva-Preis“ für Nachwuchskünstler, der ab 1955 durch eine eigene Ausstellungsreihe ergänzt wurde. In der Architektur verlieh der Kulturkreis ab 1954 Reisestipendien an Architekten und Designer. Ab 1964 wurden diese auf mit Preisen verbundene Hochschulprojekte zu bestimmten Themen aus der Architektur umgestellt. Im Bereich Musik vergab der Kulturkreis ab 1953 Stipendien an Nachwuchskünstler, davon ein Großteil Kompositionsstipendien. In der Literatur wurden seit 1953 Stipendien sowie Auszeichnungen, sogenannte Ehrengaben, vergeben.

Über die unmittelbare Förderung hinaus beteiligte sich der Kulturkreis ab 1954 mit der jährlichen Publikation „Jahresring – Beiträge zur deutschen Literatur und Kunst der Gegenwart“ am geisteswissenschaftlichen Diskurs. Im „Jahresring“ publizierten Autoren wie Theodor W. Adorno, Arnold Gehlen, Jürgen Habermas, Erich Fried und Rudolf Borchardt Beiträge zur zeitgenössischen Kunst und Kultur.