Kulturkreis
Der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft fördert seit 1951 Kunst und Kultur und setzt sich für eine Gesellschaft ein, in der Kultur als unverzichtbare Ressource verstanden wird.
Der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft fördert Künstler in den Sparten Architektur, Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Literatur und Musik und bietet seinen Mitgliedsunternehmen Service und Beratung in den Bereichen Kultursponsoring, Corporate Collecting, kulturelle Bildung und auswärtige Kultur.
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ars viva 09/10 - Geschichte / History: Mariana Castillo Deball, Jay Chung & Q Takeki Maeda, Dani Gal

Der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI e. V. vergab 2009 den mit je 5.000 Euro dotierten ars viva-Preis im Bereich Bildende Kunst an Mariana Castillo Deball (*1975), Jay Chung & Q Takeki Maeda (*1976/1977) und Dani Gal (*1975). Mit dem Förderpreis sind drei Ausstellungen der Reihe ars viva, ein begleitender zweisprachiger Katalog sowie eine Künstleredition verbunden. Die diesjährige Auslobung des Förderpreises stand unter dem Thema „Geschichte / History“. Die drei Preisträger wurden aus 44 Künstlerinnen und Künstlern ausgewählt, in deren Werken die Auseinandersetzung mit der Konstruktion historischer Fakten von zentraler Bedeutung ist.

ars viva-Preisträger 09/10

Die Jury überzeugte bei Mariana Castillo Deball und Dani Gal vor allem die Vielfalt der ästhetischen Ansätze, mit der sie sich historischen Fakten nähern und diese reflektieren. Bei dem Künstlerpaar Jay Chung & Q Takeki Maeda war der humorvolle Umgang mit der geschichtlichen Aufladung der heutigen Medien- und Warenwelt ausschlaggebend für die Preisvergabe. Dazu der Vorsitzender des Gremiums Bildende Kunst im Kulturkreis der deutschen Wirtschaft, Dr. Arend Oetker: „Die Preisträger zeichnen sich durch eine besonders originelle Umsetzung des Themas aus, die dem Betrachter ganz neue Sichtweisen auf „Geschichte“ eröffnen kann.“

Mariana Castillo Deball, 1975 geboren in Mexico City, studierte in Mexico City und Maastricht. In ihren Installationen und Filmen verknüpft die Künstlerin häufig die Daten historischer Fundstücke mit ihrer eigenen Fiktion und schafft so eine phantasievolle Mehrstimmigkeit in der Wiedergabe historischer Fakten. Die Ausstellungsarchitektur eines archäologischen Museums kann ihr dabei ebenso zum Material werden wie ein dokumentierter Irrtum aus der Wissenschaftsgeschichte. Indem die Künstlerin beides in der ihr eigenen ästhetischen Sprache behandelt und dabei geschickt hinterfragt, verleiht sie dem schwerwiegenden historischen Material eine Leichtigkeit, die den Blick des Betrachters auf das Absurde lenkt, das der Konstruktion von Geschichte auch immer zu eigen ist.

Jay Chung und Q Takeki Maeda, 1976 und 1977 geboren in den USA und Japan, studierten in Yale, Berkeley, Tokio und Frankfurt am Main. Inwiefern beispielsweise die heutige Fetischisierung der Warenwelt und die Möglichkeit des massenmedialen Auftritts im Internet für jedermann Fragen nach Original und Fälschung aufwerfen, wird im Werk des Künstlerpaares mit viel Humor verhandelt. Dabei interessiert die immer wieder als Selbstdarsteller ihrer eigenen Werke auftretenden Künstler die unternehmerische Geschichtsklitterung zugunsten der eigenen Mythosbildung eines weltweit führenden Handtaschenherstellers ebenso wie die billige Konstruktionsweise von Stilmöbeln. Mit einem Augenzwinkern gehen sie den Dingen und ihrer historischen Machart auf den Grund.

Dani Gal, 1975 geboren in Israel, studierte in Tel Aviv, Jerusalem, Frankfurt am Main und New York. In seinem Werk setzt sich der Künstler intensiv mit der medialen Geschichtskonstruktion der Nachkriegszeit auseinander. Sein Zugang ist dabei der Sound, der sich in seiner einzigartigen Plattensammlung von Politikerreden, „Terrorschulungen“ oder Gewerkschaftskämpfen dokumentiert findet. Nicht nur im samplen und neu abmischen dieses Materials, sondern auch im dokumentarischen Ansatz seiner Videoinstallationen, lässt er den Betrachter teilhaben an den manchmal zufälligen, oft verblüffend wiederkehrenden oder auch vollkommen improvisierten Momenten medialer Geschichtsschreibung.

Der Jury unter Vorsitz von Dr. Arend Oetker gehörten in diesem Jahr die Kuratoren Dr. Volker Rattemeyer und Dr. Jörg Daur (Museum Wiesbaden), Kathrin Jentjens und Anja Nathan-Dorn (Kölnischer Kunstverein), Heike Munder (migros museum für gegenwartskunst, Zürich) sowie Yilmaz Dziewior und Christiane Mennicke (Kunsthaus Dresden) und sechs Mitglieder des Gremiums Bildende Kunst des Kulturkreises an.

Die Preisträger erhielten den ars viva-Preis im Rahmen der Jahrestagung des Kulturkreises, die vom 9. bis 11. Oktober 2009 in Wiesbaden und Mainz stattfand. Dort wurde am Samstag, den 10. Oktober 2009, um 19.00 Uhr die erste ars viva- Ausstellungsstation im Museum Wiesbaden eröffnet (Ausstellungsdauer: 11. Oktober – 17. Januar 2010). Die folgenden Ausstellungsstationen waren: Kölnischer Kunstverein 20. Februar – 4. April 2010) und Migros Museum für Gegenwartskunst, Zürich (12. Juni – 15. August 2010).